| Brevier 2010 (Stand:17.12.2010) |
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| Geschrieben von: Norbert Hochstrat | ||
Inhalt
It will be continued !Fortsetzung folgt !
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 Zum Jahresbeginn Der Jubel über den Jahreswechsel ist auch ziemlich banal - schließlich kommt ein neues Jahr jedes Jahr wieder. Jahre sind eine ziemlich solide Ware. Sie werden pünktlich geliefert, und jedes hält, was es verspricht: Genau ein Jahr, keine Sekunde mehr, aber auch keine Sekunde weniger.
Gabriel Laub (1928-98), poln.-dt. Schriftsteller,  Mit offenen Händen
Herr, hier sind meine Hände.
Kpl. Eduart Müller, hingerichtet am 10.November 1943 durch Enthauptung
  Gebet des Einverständnisses
Herr, ich bin einverstanden mit dir, wie du bist, Herr, ich bin einverstanden Herr, ich bin einverstanden Herr, ich bin einverstanden Herr, ich bin einverstanden
 Mensch, lass dich los Mensch, lass dich los zu deinem Gott hin,
und du wirst dich selbst wieder haben. Jetzt haben dich andere, Das ist dann die Freiheit, die singt: Mensch, lass dich los zu deinem Gott hin,
Alfred Delp, Jesuit, kurz vor seinem Tod    Aschenkreuz auf meiner Stirn Aschenfeuer In der Asche stochern Vierzig Tage, um Feuer zu fangen   Wann, wenn nicht jetzt
Wir sind auf der Suche Aufstehen und Sich ausstrecken nach allem,  Luiza Sutter-Rehmann   Das Trauerspiel von Afghanistan
Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt, Afghanistan! Er sprach es so matt, Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn, "Wir waren dreizehntausend Mann, Zersprengt ist unser ganzes Heer, Sir Robert stieg auf den Festungswall, Sie irren wie Blinde und sind uns so nah, Da huben sie an und sie wurden's nicht müd', Sie bliesen die Nacht und über den Tag, Die hören sollen, sie hören nicht mehr,  Eine Balade von Theodor Fontane, mit der er den fürchterlichen Ausgang eines der drei anglo-afghanischen Kriege des vorletzten Jahrhunderts beschreibt. In dieser Auseinandersetzung versuchten Russen und Briten die Vormachtstellung in Zentralasien zu erringen.
   Ich finde, das muß man aushalten können!
Also heut: zum Ersten, Zweiten, Letzten: Die uns Erde, Wasser, Luft versauen Schön, wie sich die Sterblichen berühren - Widersteht! im Siegen Ungeübte,
Peter Rühmkorf Â
 Wagt den Aufbruch ins Unbekannte
Auf dem Petersplatz vor dem Petersdom senkten die Menschen den Kopf, nachdem die Nachricht vom Tod des Papstes Johannes Paul II. verkündet worden war. Doch dann kam der Beifall, Beifall im Namen aller, die in diesem Augenblick gern dort gewesen wären, nicht um seine Tod zu beweinen, sondern um zu sagen: Wir danken dir, dass du uns die Gabe der Beharrlichkeit ins Gedächtnis gerufen hast. Wir danken dir, dass du uns die Augen für die Gabe des Glaubens geöffnet hast. Wir danken dir, dass du unser Herz mit der Gabe des Willens berührt hast. Wir danken dir, dass in einem Augenblick, in dem wir uns alle schwach gefühlt haben, dein Vorbild uns wieder Kraft gegeben hat. Wir danken dir, dass du für den Frieden eingetreten bist und gesagt hast, dass der Krieg, gleichgültig, wer Sieger ist, immer eine Niederlage für die Menschheit bedeutet. Wir danken dir, dass du uns daran erinnert hast, unseren Planeten zu achten, indem du sagtest: Ich küsse die Erde, als wären es die Hände meiner Mutter." Wir danken dir, dass du zu deiner Herde gekommen bist, die sich danach sehnte, deine Worte zu hören: Ich habe euch gesucht. Jetzt seid ihr zu mir gekommen. Habt keine Angst ins Unbekannte aufzubrechen. Geht mutig im Glauben und wisst, dass ich bei euch bin." Das sind deine Worte und wir gehen den Weg. Wir werden Tränen vergießen, aber hoffen, dass du sie nicht siehst - dass du nur unseren Beifall hörst: Johannes Paul II., der Papst der auch Pilger war.
Paulo Coelho, kurz nach dem Tod von Johannes Paul II. am 2. April 2005. Â
Die nächsten 24 Stunden Für alles, was uns dieser Tag bietet, offen zu sein und die positiven Erfahrungen darin zu suchen, wird nur durch unser Bemühen und gezielte Übung zu einer guten Angewohnheit. Heute ist ein besonderer Tag für uns. Die nächsten 24 Stunden werden anders sein als alle anderen. Wir sind nicht mehr dieselben wie vorher, nicht einmal wie gestern! Wir haben die Freiheit, aus allem das Beste zu machen, wenn wir uns in dem Wissen auf alle Tagesereignisse freuen, da wir in der Obhut der höheren Kraft sind. Das Leben ist uns geschenkt worden. Wir sind Überlebende. Was unserem Überleben in der Vergangenheit im Wege stand, macht uns klar, daß es noch viel zu tun gibt und uns dabei geholfen wird. Unsere Zuversicht ist noch schwankend, aber die Kraft, die wir brauchen, wird jedem von uns zuteil werden.
 Interview:
Wenn er kommt, der Besucher, Â Marie-Luise Kaschnitz Â
 Â
Das andere Gethsemane
1914-18 The Garden called Gethsemane In Picardy it was, And there the people came to see The English soldiers pass. We used to pass - we used to pass Or halt, as it might be, And ship our masks in case of gas Beyond Gethsemane. The Garden called Gethsemane, It held a pretty lass, But all the time she talked to me I prayed my cup might pass. The officer sat on the chair, The men lay on the grass, And all the time we halted there I prayed my cup might pass. It didn't pass - it didn't pass - It didn't pass from me. I drank it when we met the gas Beyond Gethsemane! Rudyard Kipling
Übersetzen musst Du schon selbst! Aber das dürfte nicht so schwierig sein!
Und jetzt schnell noch ein kurzes Wort zum Sommer.
Endlich Sommer? Man kann auch anderer Meinung sein. Haha!
Sommergedicht
Wenn ihn Tiere tätlich beißen, soll der Mensch sich wortreich rächen - wenn auf lieblich wüstenheißen grillgeschmückten Außenflächen Schnaken, Zecken, Wespen, Mücken zwicken, zwacken, saugen, summen, Zähne fletschen, Säbel zücken und die pflaumendicken dummen Hummeln brummeln, Spinnen rennen, Kneifer krabbeln, Läuse pissen, spucken, reizen, ätzen, brennen, und dann kommen die Hornissen, weil sie uns im feuchten Glanze unsres Schweißes gern besuchen, sie versenken ihre Lanze, aber niemand hört uns fluchen, denn von oben dröhnt das Fiepsen all der Meisen, Amseln, Spatzen, all dies gottverdammte Piepsen über sonnverbrannten Glatzen - soll der Mensch zwar regredieren, aber groß sei seine Wut: »Hitze Mist! Haut ab, ihr Tieren! Sommer Kacke! Winter gut!« Thomas Gsella Trotz und alledem wünsche ich Dir eine schöne Ferienzeit!
  Du wolltest meinen unwiderruflichen Entschluss Du, o Christus, forderst mich unablässig
heraus und fragst mich: Für wen hältst du mich?" Du bist es, der mich liebt bis in das Leben, das ohne Ende ist. Du öffnest mir den Weg zum Wagnis. Du gehst mir voraus auf dem Weg zur Heiligkeit, wo der das Glück findet, der liebt bis in den Tod, und wo das Martyrium die letzte Antwort ist. Tag für Tag wandelst du das Nein in mir um in ein Ja. Du willst nicht nur ein paar Brocken von mir, sondern mein ganzes Dasein. Du bist es der Tag und Nacht in mir betet, ohne das ich darum weiß. Mein Stammeln ist Gebet. Im Anruf deines Namens, Jesus, erfüllt sich unsere Gemeinschaft. Du bist es der jeden Morgen Und ich, warum habe ich solange gezögert? Du hast mich unablässig gesucht. Und eines Tages habe ich begriffen: Dein Bruder Roger    Gott ist nicht aus Holz
Wenn dir der Gedanke kommt, dass alles was du über Gott gedacht hast, verkehrt ist, und das es keinen Gott gibt, so gerate darüber nicht in Bestürzung. Es geht vielen so. Glaube aber nicht, dass dein Unglaube daher rührt, dass es keinen Gott gibt. Wenn du nicht mehr an den Gott glauben kannst, an den du früher geglaubt hast, so rührt das daher, dass in deinem Glauben etwas verkehrt war, und du mußt dich besser bemühen, zu begreifen, was du Gott nennst. Wenn ein Wilder an seinen hölzernen Gott zu glauben aufhört, heißt das nicht, daß es keinen Gott gibt, sondern nur, dass der wahre Gott nicht aus Holz ist. Leo Tolstoi  Und jetzt noch etwas Profanes!
Ein Gedicht welches die Liebe thematisiert. Bin vor einiger Zeit darüber gestolpert" und schon beim ersten lesen der Verse hat mich die Prosa mehr als nur tief berührt. Die Aussagen der Zeilen symbolisieren für mich eine Art Disput zwischen dem was der "Kopf", bzw. der Intellekt rational erwägt und dem was das Herz, oder die Seele intuitiv empfindet. Gleichzeitig wird die kontroverse Ausrichtung beider "Geisteshaltungen" offenkundig.
Es ist Unsinn
Es ist Unglück
Es ist lächerlich
Erich Fried
Ich will Ihnen den Text natürlich nicht vorenthalten. Dietrich Bonhoeffer schreibt aus dem Gefängnis an seine Eltern: 17. Dezember 1943 Liebe Eltern! Es bleibt mir wohl nichts übrig, als Euch für alle Fälle schon einen Weihnachtsbrief zu schreiben. Ich brauche Euch nicht zu sagen, wie groß meine Sehnsucht nach Freiheit und nach Euch allen ist. Aber Ihr habt uns durch Jahrzehnte hindurch so unvergleichlich schöne Weihnachten bereitet, dass die dankbare Erinnerung daran stark genug ist, um auch ein dunkleres Weihnachten zu überstrahlen. In solcher Zeit erweist es sich eigentlich erst, was es bedeutet, eine Vergangenheit und ein inneres Erbe zu besitzen, das von dem Wandel der Zeiten und Zufälle unabhängig ist. Das Bewusstsein von einer geistigen Überlieferung, die durch die Jahrhunderte reicht, getragen zu sein, gibt einem das sichere Gefühl der Geborgenheit. Vom Christlichen her gesehen kann ein Weihnachten in der Gefängniszelle ja kein besonderes Problem sein. Wahrscheinlich wird in diesem Hause hier von vielen ein sinnvolleres und echteres Weihnachten gefeiert werden als dort, wo man nur noch den Namen dieses Festes hat. Dass Elend, Leid, Armut, Einsamkeit, Hilflosigkeit und Schuld vor den Augen Gottes etwas ganz anderes bedeuten als im Urteil der Menschen, dass Christus im Stall geboren wurde, weil er sonst keinen Raum in der Herberge fand, - das begreift ein Gefangener besser als ein anderer, und das ist für ihn eine wirklich frohe Botschaft.  Wie feiern Sie dieses Jahr die Weihnacht? Ist es mehr eine „Zuckerbäcker-Weihnacht", süß schmeckend, gedankenlos und oberflächlich, halt so wie immer, oder ausnahmsweise eine Weihnacht, die diesen Namen auch verdient? Ich wünsche Ihnen und denen, die Sie lieben ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2011. Norbert Hochstrat!      Foto:© MiSa / PIXELIO |