Geschrieben von: Gereon Henkhues   
Das_letzte__Abendmahl Das Abendmahl

Bildmeditation

von Br. Gereon Henkhues

Darstellung:

Fresko in einer Höhlenkirche

des Göremetales (Türkei)

Â

 

Das Abendmahl Jesu vor seinem Tod.

Wir sehen in der Bildmitte die Apostel.

Sie scheinen betroffen zu sein über Jesu Handlungsweise.

 

Für sie unbegreiflich, was hier geschieht.

Jesus gibt sich hin für das Leben der Welt,

der sündigen Welt.

Keiner der Anwesenden ist würdig, ohne Sünde, ganz rein.

Denn alle ergreifen schon bald die Flucht.

 

Petrus sehen wir in der Bildmitte, nicht Jesus.

Dieser Kephas, dieser Fels wird künftig, was er noch nicht begreift,

die Jesusgemeinschaft, die Kirche führen.

Noch in der folgenden Nacht wird er Jesus verleugnen.

 

Judas, rechts im Bild, gehört schon nicht mehr dazu.

Er ist im Begriff, auf eigene Faust zu handeln.

Er wird in aller nächster Zeit Jesus verraten.

 

Doch Jesus schließt keinen aus vom Mahl,

nicht den Verräter, Judas

den Verleugner, Petrus

die schwächelnden Jünger

 

Wohl scheint Jesus ihm, Judas, zu sagen:

“Was du tun willst,das tue bald,“ ein Wort in Liebe gesagt.

 

Denn dieses Abendmahl, damals, wie heute ist eine Feier der Liebe Gottes,

die selbstlos, zweckfrei und entschieden bis zum äußersten geht.

 

Neben Petrus, links sehen wir den Jünger der Liebe,

Johannes, der am folgenden Tag nicht weg läuft, sondern aushält.

Hier zeigt er auf den Wein, der des Menschen Herz erfreut.

Jesu Hand aber weist lehrend auf alle Gaben die auf dem Tisch bereit liegen:

  • der Wein,
  • die Schale mit Brot,
  • und den Fisch,


sein Zeichen, in dem er sich mit göttlicher Autorität ausdrückt.

 

Das Wort „Fisch“ heißt auf griechisch „Ichthys“.

Diese Wort birgt ein Geheimnis, ein göttliches Geheimnis.

I steht für Jesus.

Ch steht für Christus.

Th steht für Theos = Gott.

Y steht für YON = Sohn.

S steht für Soter = Erlöser

Jesus – Christus – Gottes – Sohn - Erlöser.

 

Als Brot liegt Jesus, gleichsam leibhaftig

bereit auf dem Tisch, um verzehrt zu werden.

Und er sagte:

“ Wer mein Fleisch (Brot) isst und mein Blut (Wein) trinkt,

der bleibt in mir und ich in ihm.“Joh.6,56)

 

Das Brot wird er an diesem Abend brechen und den Wein seinen Getreuen reichen.

Allen in der Runde schenkt er sich, auch dem Judas.

 

Der sitzt da rechts außerhalb der Tischgemeinschaft,

Jesus gegenüber, als wenn er selbstredend begründen wollte:

“Jetzt gehe ich und bringe durch Verrat den Meister dazu,

sich als Messias und Weltenherrscher, als König der Juden zu offenbaren.

Judas sieht sich im Anschauen Jesu, den ein Glorienschein umgibt,

in seinen messianischen Glauben bestätigt.

Er will die Gottesherrschaft herbei zwingen.

 

Wir sehen:

Die übrigen elf Jünger bilden eine Gemeinschaft.

Geeint sind sie im Glauben an ihn, in der gemeinsamen Hoffnung auf Heil

und in der brüderlichen Liebe zueinander.

An diesem Abend hat Jesus, der Schrift zur Folge, um das Geschenk der Einheit gebetet:

„Vater, lass‘ sie eins sein, wie du und ich eins sind.“

Er will mit seinen Jüngern Mahl halten.

 

Seit her ist die Weise, wie es abgehalten wird, Grund gelegt in der liturgischen Tradition der Väter.

Die frühen Gemeinden der Urkirche wussten, dass das Mahl zum Gedächtnis des Todes und der Auferstehung Jesu Höhepunkt und Mitte allen liturgischen Handelns ist.

 

So feiert die Gemeinde Christi, die Kirche das Abendmahl als Eucharistie,

als Danksagung bis auf den heutigen Tag.

 

Wir nehmen dabei ihn,

durch sein Wort in uns auf,

brechen das Brot, sein Leib

und trinken den Wein, sein Blut

zu seinem Gedächtnis,

damit wir so gestärkt, neu gewandelt

selbst zum Brot und zur Quelle der Freude für andere werden.

 

Brot gegen den Hunger (Tod)

Wein für das Herz(Leben)

 

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