Josef der Hörende PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gereon Henkhues   

Josef der Hörende.

 Meditation nach einer  Skulptur von Toni Zenz

von Br. Gereon Henkhues

 

Josef ist –

wie seine Verlobte Maria –

erfüllt von Glauben und Vertrauen zu Gott.

Ihm genügt ein Wort des Engels.

Und sein Leben ändert sich

von Grund auf.

Auf Gottes Wort hin

geht er seinen Weg,

ohne zu klagen,

ohne weiter zu fragen.

Josef, der große Hörende.

 

Kein einziges Wort ist

in der Schrift von ihm überliefert.

Er, der große Schweiger.

Doch Worte von ihm fehlen nicht

weil er nichts zu sagen hätte,

die Gabe des Hörens sagt vielmehr aus:

Warte,

öffne dein Herz für das,

was du ersehnst in Liebe.

Dein Glaube beginnt.

„Der Glaube kommt vom Hören“ (Röm 10,17)

 

Weil Josef zu hören weiß,

vermag er zu Glauben,

dass Gott ihn führt.

Josef „träumt

vom Willen Gottes.

Er ist schlimm um ihn.

 

Maria seine Verlobte ist schwanger.

Das Kind ist nicht von ihm.

 

Eines will er nicht:

Maria soll leben,

nicht dem Todesgesetz verfallen.

Er liebt,

er vertraut

zutiefst.

„Während er noch darüber nachdachte,

erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum“

Fürchte dich nicht Maria zu dir zu nehmen...(Mt 1,24).

Ja, nachsinnen,

Nachdenken noch im Schlaf –

Träumen –

Hören auf Gottes Stimme -

Schritte des Glaubens

hin zu einer neuen Lebenswirklichkeit.

Das ist es,

was uns näher zu Gott

und zueinander führt:

 

Die Gabe des Hörens pflegen,,

des Hörens aufeinander,

des Hörens auf Gott, auf

seinen Ruf:

Rede Herr, ich höre.

 

Das gelingt in der Stille,

auch im Schlaf.

Dort erst wachen Träume,

sprechende Träume,

manchmal von Gott her.

 

Da sind wir beim Bildnis des Künstlers Toni Zenz

Ganz nach innen,

die Augen halb geschlossen

die großen Hände ans Ohr gehalten,

so sehen wir ihn, den Hörenden.

Toni Zenz will, so sagt er,

will erlöstes Dasein darstellen.

 

Da hört einer von innen her

eine ihn ganz einnehmende Botschaft.

Alle Sinne bei ihm

sind auf Empfang ausgerichtet.

Von seinem Gesicht geht etwas aus,

das sagt:

Ich bin ganz Ohr

für das, was meinem Leben auf-zu-helfen scheint.

So kann er gar nicht anders,

als auf-zu-horchen.

 

Josef, der da hört ist es:

„Nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten“

So ist es mit uns:

Wer Ohren hat zu hören,

der hat den Weg der Befreiung

schon beschritten.

 

Erlösung für ihn beginnt.

Erlöstes Dasein geschenkt,

dem,

der sich der frohen Botschaft von Gottes,

Gottes zuwendender Liebe

öffnet.

Wer so hört, wird achtsam,

legt alle Gleichgültigkeit

und funktionierende Stumpfheit im Alltag ab.

Wer

Stumpfheit,

Gedankenlosigkeit,

Gleichgültigkeit,

ein sich-treiben-lassen  im unverbindliche Konsumdenken

und Ohren betäubendem Lärm verbleibt,

verstrickt sich tödlich.

 

Josefs Träume wurden Wirklichkeit,

zur neuen rettenden Lebenswirklichkeit

für Maria mit ihrem Kind Jesus,

dem Gesicht der Liebe Gottes

in unserer Welt.