| Predigt 2.Adventsonntag |
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| Geschrieben von: Gereon Henkhues |
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2. Adventssonntag Lesungen Jes4'0,1-5.9-U 2Petr3,8-14 Mk.1,1-8 Einleitung Liebe Schwestern und Brüder. Bereitet den Weg des Herrn ruft Johannes aus. Und die Menschen spürten damals. Bei uns läuft etwas schief. Gott ist uns aus dem Blickfeld geraten. Alles ist zu oberflächlich. Was hat das Leben für einen Sinn? Sehnsucht und Tiefe ist im Alltagseinerlei abhanden gekommen. Auch heute machen wir ähnliche Erfahrung. Bereite den Weg des Herrn.Ja, Gott kommt, wenn wir ihn nur ersehnen und einlassen. Wenden wir uns Christus zu und bitten ihn um sein Erbarmen
- Stille -
Predigt Um es gleich vorweg zu sagen: Die Worte des Johannes in der Wüste haben es in sich. Er zitiert den Propheten Isaias: „Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, senken soll sich jeder Berg' und Hügel. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hügelig ist, werde eben!"
Als Johannes auftrat, spürten die Menschen: bei uns läuft es nicht richtig. Sie spürten, dieser Johannes spricht Dinge aus, die den Nerv der Zeit treffen. Er legt den Finger auf Wunden, die sich die Menschen antun. Darum kommen sie in Scharen. Die einen kamen sicher aus Neugier, andere aber kamen mit dem Willen zur Umkehr. Umkehr aber wohin und wozu?
Und heute: Ist es da anders? Nein! Ein Johannes der Täufer würde mit anderer Sprache rufen:
Hört: Bei Euch läuft in dieser Zeit eine ganze Menge schief.
Das mit den krummen Straßen, die gerade und den Hügeln die eingeebnet werden sollen habt ihr grundlegend falsch verstanden. Was haben wir denn falsch verstanden? Wir haben nicht verstanden, was wirklich mit Krumm und gerade zu verstehen ist.
Da fallen mir Bilder ein von begradigten Flüssen, und damit den zerstörten Flussauen und schnellen Straßen, für die so viel kahlgeschlagen und Natur zerstört wird.
Profit auf Kosten der Natur. Das sind krumme Sachen, die wir da anstellen. Ja, wir ebnen heute zu viel ein in den Landschaften der Erde und in den Landschaften der Seelen: Den Sonntag zum Beispiel, der mehr und mehr zu einem Tag wird wie jeder andere auch.
Wir wünschen uns zwar ab Freitag-Mittag ein schönes Wochenende, wir packen es voll mit all dem, wo wir meinen zu kurz gekommen zu sein an den Wochentagen.
Spaßerlebnisse, Kultur, Party und Konsum Events: Das sind Berge von Freizeitjobs. Das sind die eigentlichen Hügel, die es abzubauen gilt nach Johannes.
Wir ebnen heute zu viel ein.
Wir planieren, bringen alles unter einen Hut, bringen alles auf die Reihe, nehmen Unwahrheiten um des lieben Friedenswillen hin.
Da schmerzen Kompromisse, weil dabei die Wahrheit schaden leidet, ja manchmal sogar gegen null geht.
Das sind die krummen Umwege, die es Nach Johannes zu begradigen gilt.
Wer dies tut, bei dem stimmt das geflügelte Wort: Der ist aber gerade heraus, gradlinig geht er seinen Weg.
Und noch etwas:
Erfüllt uns heute do etwas wie eine Sehnsucht nach Heil? Oft Fehlanzeige! Wir haben ja alles. Uns geht es ja so gut. Was wir meinen brauchen zu müssen, kaufen wir uns
Gerade in dieser Zeit treibt die Konsumlust wahre Blüten. In der Hektik geraten die Menschen außer sich. Und verlieren sich, werden im Konsumrausch zu Objekten von Begierden
Da kommt keine Sehnsucht mehr auf, da wird nur noch wenig erwartet.
Der Prophet Jesaja wollte mit seinen Worten eine Sehnsucht wachhalten, er wollte das bewahren, was sich seinen Leuten eingeprägt hatte, nämlich dass das Leben mehr ist als essen, trinken, Spaß haben, Geld und Konsum.. Schauen wir kurz in die Zeit, in der die Worte des Propheten fielen.
Jerusalem und die umliegenden Städte waren von den Babyloniern zerstört worden. Der Tempel stand nicht mehr, und die meisten waren nach Babylon verschleppt worden. Zwischen ihrer Heimat und der Verbannung lagen Steppe und Wüste.
Da war die Gefahr groß, dass die Identität und der Glaube Israels eingeebnet werden könnten durch die Einflüsse in Babylon. Da war die Gefahr groß, dass die Sehnsucht nach dem einem Gott zugeschüttet würde, einem Gott, dem sie ihre Freiheit verdankten, der ihnen ganz nahe war damals in der Wüstenzeit nach dem Auszug aus Ägypten.
Da war die Gefahr groß, dass die Sehnsucht nach einem Gott verlorenging, deren Spur in den Herzen eines jeden zu finden ist; eine Spur, die sich eingeprägt hat und die nicht planiert werden sollte von der Seichtheit und Oberflächlichkeit großer Götterbilder auf Prozessionsstraßen in Babylon.
Durch diese Wüste „bahnt einen Weg für den Herrn".
Jesaja weckt ihre Sehnsucht, er sieht tiefer. Der Glaube Israels, diese unerschütterliche Hoffnung, hat mehr zu bieten als das, was sie da erleben.
Genau das will auch Johannes der Täufer: „Bereitet dem Herrn den Weg. Macht gerade seine Pfade. - Bekehrt euch!"
Johannes, dieser Sonderling, schafft es, dass viele Menschen wachgerüttelt werden. Er bringt sie dazu, dass sie zu ihren Fehlern und Sünden stehen. Denn auch dies ist wahr: Wer seine eigenen Tiefen, seine Prägungen und seine Schattenseiten akzeptiert, der kann neu anfangen.
Johannes deckt nicht zu, Schwamm drüber, alles wird gut. Deutlich weist er auf einen anderen hin: „Nach mir kommt der, der stärker ist als ich. Er wird euch mit heiligem Geist taufen.
Das ist aktuell: Wir alle sind mit Wasser und dem Hl. Geist getauft. Jeder von uns trägt Gottes Leben in sich.
Gottes Geist in uns ist etwas, was was wir nicht berechnen können, was nicht fest gemacht oder konserviert werden kann.
Wir können ihn nicht in der Kirche einsperren. Das funktioniert nicht. Im Gegenteil: Ich glaube, dass heutzutage der Hl. Geist auch außerhalb der Kirche viel Gutes bewirkt. Papst Johannes der 23. Sagte einmal:
„ Es gibt viel heiligen Geist außerhalb der Kirche“.
Bereitet den Weg des Herrn: Macht den Weg frei für den Kommenden. Was bedeutet dies für uns hier und heute?
Wir sind eingeladen unserem Weg alltäglich eine neue Richtung zu geben.
Rechnen wir mit dem, der uns täglich im Nächsten entgegen kommt? Zum Beispiel: Da ist jemand bedrückt hilflos in Not, verzweifelt, gehörig unter Mobbingdruck geraten! Schaue hin zuwendungsreich oder schaue ich weg?
Bereiten können wir ihm den Weg, wenn wir uns entzünden lassen von der Liebe.
Bereiten können wir ihm den Weg, wenn wir unsere Sehnsucht nach Gott nicht zuschütten lassen und einebnen vom Glanz und Glimmer, Betriebsamkeit und Hektik und von der Sucht schenken zu müssen. Gott kommt, seine Liebe ist zum greifen nahe. Amen.
_____________________________________________________________________ Vergl. Sekundärliteratur: Predigt von H. Weigand, aus WG im Lesejahr B Seite 16 ./Zitate in roter Schrifft
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