| Predigt Darstellung d,Herrn |
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| Geschrieben von: Gereon Henkhues | ||
Liebe Gemeinde;
Immer wieder neu stellt sich uns alltĂ€glich die Frage: Wie geht das mit dem Glauben? In unserem heutigen Evangelium wird uns ein Mensch vor Augen gestellt, an dem wir wunderbar ablesen können, was Glauben ausmacht. Simeon der Greis, der uns helfen kann, den Glauben selber besser zu verstehen und anderen zu erklĂ€ren. Denn an ihm können wir dreierlei erkennen: Der Glaubende kann warten. Der Glaubende hĂ€lt fĂŒr war, was er ersehnt: Er will ankommen Der Glaubende erkennt, was er sieht
1. Der Glaubende kann warten. Wir wissen nicht, wie alt Simeon war, wohl nach Lukas hoch betagt. Jedenfalls hatte er offenbar den Tod schon ziemlich direkt vor Augen. Ein ganzes Leben lang hat er gewartet, sehnsĂŒchtig gewartet. ER hat darauf gewartet, dass Gott endlich sein Versprechen an seinem Volk Israel einlösen wĂŒrde, ihn den verheiĂenen Messias sehen zu lassen. Und irgendwann, wir wissen nicht, wie lange das nun schon zurĂŒcklag, lieĂ Gott ihn spĂŒren: Du, Simeon, sei getrost, noch zu Lebzeiten wirst du den Messias sehen.
Nun war Simeon alt geworden und ihm fiel das Warten sicher nicht leicht. Aber Simeon wartete weiter, immer das Kommende im Blick. Nur von Gott allein war fĂŒr ihn Rettung aus Not und BedrĂ€ngnis möglich, Befreiung vom Leid des Volkes unter dem Joch der Römer.
Simeons Erwartung wurde erfĂŒllt. Gott selbst machte sich klein, menschlich gering und begab sich in seine Arme als kleines Kind, mit Namen Jesus.
Glauben heiĂt warten auch fĂŒr uns, nicht nur im Blick auf die ErlösungsbedĂŒrftigkeit unheilvoller LebenszustĂ€nde in aller Welt. Auch unser Glaube heutzutage ist zutiefst angefochten.
Warten â das widerspricht ohnehin schon dem Trend der Zeit, der verlangt: âIch will Spass, Genuss Erfolg sofort um jeden Preis.â Oft heiĂt es: Warten bringt doch nichts. Wir wollen schnelle Ergebnisse, schnelle Erfolgserlebnisse, wollen schnell austesten können, was etwas bringt oder nicht. Jeder ist sich selbst der NĂ€chste. Sinnlos ist es, so zu warten auf Zukunft hin: Macht und Gewalt, Tod und Verderben sind da nur kĂŒnftig zu erwarten. Nein, das Warten auf zukĂŒnftiges Heil und Rettung birgt andere Weisen.
Zu seiner eigenen Armut und BedĂŒrftigkeit zu stehen und von Gott her heilende NĂ€he erhoffen, eine solche tiefe Leben rettende Ăberzeugung wĂ€chst nur im Herzen des Glaubenden, so wie Simeon einer war. Ein solches Warten wurzelt im Glauben.
Der Glaubende hĂ€lt fĂŒr wahr, was er ersehnt, er will ankommen, dorthin kommen, wohin Gott selber ihn ruft.
Simeon hatte so lange auf Christus gewartet. Endlich ist es so weit: Gott selber ruft den Simeon durch seinen Geist in den Tempel. Irgendwie spĂŒrt er: Jetzt ist die Zeit, hier und heute, ich muss gehen dorthin zum Ort der Gegenwart Gottes, wo er den Messias zu finden ist.
Glauben bedeutet Kommen. Dies gilt auch fĂŒr uns. Manche sagen: âIch kann nicht glauben, und ich weiĂ auch nicht, wie ich das anstellen soll, dass ich glauben kann.â Recht haben sie: Allein können wir nicht glauben; .Wer glaubt ist nie allein: sagt Papst Benedikt der 16.
Jesus, selber lĂ€dâ uns ein: Komm und sieh. Komm dorthin, mit Lobpreis und Dank und ich selbst bin es, der sich fĂŒr dich herschenken will. Wer Christus, wer ihn, das Licht der Welt, tief in seinem Herzen erkannt hat, der wird so selbstverstĂ€ndlich immer wieder hierher kommen zur Kirche, wie der Simeon damals ganz selbstverstĂ€ndlich in den Tempel gekommen ist. Denn Glauben heiĂt Kommen, ankommen, so zeigt es uns Simeon.
Der Glaubende erkennt, was er sieht. Simeon erkennt. Besonders faszinierend an dieser Geschichte ist die SelbstverstÀndlichkeit, mit der Simeon den Tempel erreicht, auf Maria und Joseph zu geht, das kleine Jesuskind auf seine Arme nimmt und seinen Lobgesang anstimmt.
Ob das Heilige, was er da in den HĂ€nden hielt, den umstehend Anwesenden damals wohl bewusst war? Dass es Gottes GĂŒte und Menschenfreundlichkeit war, was er da in den HĂ€nden hielt? Simeon blickt tiefer, als alle anderen. Simeon glaubt nicht einfach blind; er sieht etwas. Er erkennt, was er mit seinen leiblichen Augen allein nicht gleich erfassen kann: Dieses unscheinbare Baby ist der Messias Israels, der Heiland, der Erlöser das Licht, das die Heiden erleuchtet zur Herrlichkeit fĂŒr sein Volk Israel Glauben heiĂt erkennen was ich sehe.
Das gilt auch fĂŒr uns.
Unser Gottesdienst heute ist nicht bloĂ ein mehr oder weniger unterhaltsames Spiel. Die Zeichen die rituell das Geschehen hier prĂ€gen. - Brot und Wein, - Das reichen der HĂ€nde beim FriedensgruĂ, - das beugen unserer Knie zum Zeichen der Verehrung und das Ausbreiten der HĂ€nde zum Segen,
weiten unseren Blick zum tiefen Einblick.
Wir sehen, dass in diesem Wasser, in diesem Brot, in diesem Wein Gott der Heilige Geist selber am Werk ist, uns die Gaben wandelt in Jesu Leib und Blut zur Vergebung der SĂŒnden. Wir sehen, dass mit Auflegung oder Ausbreitung oder reichen der HĂ€nde unter dem Segen Gottes wir selber zum Segen gewandelt werden.
Im Brot und im Kelch, zeigt es sich, dass darin kein anderer gegenwĂ€rtig ist, als der, den Simeon im Tempel auf seine Arme nahm â er, Christus. Unser Herz sieht und erkennt Christus, wie Simeon ihn erkannt hat, nĂ€mlich Jesus, unser Heil und unser Licht, dass das Dunkel der Welt vertreibt.
Lassen wir uns auch beschenken von diesem Kind, das sich wie dem Simeon immer neu auch in unsere HĂ€nde begeben will, damit wir ihn hinaus tragen zu den Menschen. Amen.
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