| Predigt 6. So JK. B |
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| Geschrieben von: Gereon Henkhues | ||
Liebe Schwestern und Brüder. Schon wieder eine Wundergeschichte. Die Bibel ist voll davon. Was sollen Wunderberichte bewirken? Die Geschichte vom geheilten Aussätzigen berührt. Die Tatsache, dass uns diese Begebenheit im ältesten Evangelium (etwa 40 Jahre nach Jesu Tod geschrieben) überliefert ist, zeigt die Grundsätzliche Bedeutung dieser Geschichte für uns Christen.
Und nun der Reihe nach: Die biblischen Wundergeschichten haben nie die Aufgabe, im Geheilten oder bei den Zuschauern den Glauben zu wecken.
Jesus handelte nie nach dem Motto: „Aha, ihr glaubt mir nicht, dann schaut einmal her, ich zeige euch etwas (ein Wunder), dann müsst ihr einfach glauben.“ Jesus verweigerte denen, die nicht glauben wollten, oft ein Zeichen.
Wunder sind Metaphern, Bilder hinter denen eine tiefe Herzensaussage steht. Zum Beispiel wie der Satz: „Die Liebe Gottes ist wie ein Schatten spendender Baum in der Sonnenglut und wie ein wärmender Sonnenstrahl im Novembernebel.“ (Anselm Grün)
Im Blick auf die Wunderbare Heilung des Aussätzigen kann ich sagen: Die Zuwendungsreiche Güte und Liebe Gottes ist wie neue Gemeinschaft finden, nachdem man ausgegrenzt, ausgeschlossen war. Die Liebe Gottes ist wie eine Heilung vom Aussatz.
Dabei bin ich mir bewusst: Da Jesus im Hl. Geist eine innere Kraft besaĂź, die, wenn sie von ihm ausging, auch heilend gewirkt hat.
Ein zweiter Gedanke: Jesus gebietet dem Geheilten, niemand etwas davon zu erzählen. Doch der Geheilte hält sich nicht dran.
Er sagt sich vielleicht, einmal mit heutigen Worten gesagt: Freudige Ereignisse muss man doch weitersagen. Andere sollen sich doch mit freuen können. Geteilte Freude ist doch doppelte Freude.
Dass Jesus ihm gebietet zu schweigen ist zunächst unverständlich. Die Folge: Die Kunde vom Wunder verbreitet sich im ganzen Land. Das Evangelium spricht davon, dass er sich in keiner Stadt mehr zeigen konnte und dennoch: Die Leute kamen von überall her zu ihm.
Heute wäre das wohl kaum anders. Eine so außergewöhnliche Heilung würde nicht nur bei Kranken große Hoffnung wecken. Auch wäre das ein Stoff für die Sensationspresse und Drehbuch reif für Hollywood.
Damals wie heute wird aber dann etwas zerstört, was von grundlegender Wichtigkeit war für die Heilung und ein Verständnis dafür, was da eigentlich passiert ist.
Die Beziehung zwischen Jesus und dem Aussätzigen war das Entscheidende. Und eine solche intime Beziehung lässt sich nicht veröffentlichen, ohne das da was zerbricht. Wir kennen das heute auch. Auch die intime Beziehung einer Partnerschaft lässt sich nicht offen legen. Es ist und bleibt ein wunderbares Geheimnis zwischen Menschen.
Die Tatsache, dass der Aussätzige geheilt wurde, lässt sich nicht verheimlichen. Das soll sie auch nicht. Was sich bei dieser Heilung ereignet hat, darüber berichtet Markus nur das Notwendigste.
Offenbar wollte Jesus nicht, dass etwas zu früh an die Öffentlichkeit kommt, was noch des Schutzes und der Intimität bedarf. Zu leicht hätte man ihn als spektakulären Wunderheiler missverstehen können. Jesus ging es nicht um Ansehen seiner Person, sondern einzig um das Wohl des Aussätzigen und das Wohl der Menschen überhaupt.
Alles, was er getan hatte, war von selbstloser Liebe bestimmt. Diese Liebe hatte nur einen Grund, die Menschen aus der Vereinzelung zur Gemeinschaft zu führen, einer Gemeinschaft mit ihm, Jesus, in der Mitte. Alle, die sich öffnen für die heilende Kraft Gottes und im Herzen flehen „Herr mach mich gesund.“, die werden zusammen geführt und geheilt werden. AMEN!
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