| Büttenpredigt 2012 |
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| Geschrieben von: Gereon Henkhues | ||
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Büttenpredigt 2012
1. Mit helau , Schwestern und Brüder begrüß ich euch hier allzumal. Die Narrenzeit, sie hat uns wieder Und heut‘ seid ihr die erste Wahl.
2. Dank, dass ihr gekommen seid Hierher zum Gottesdienst bereit. Denn alle Freud hat ihren Grund in Gott, der uns liebt zu aller Stund.
Deutung der Schrifttexte
Dies zeigt sich heut in Schrift und Wort: Gott kündigt neues an vor Ort. Treu, verzeihend, heilend kräftig zeigt Gott sich in den Schwachen mächtig.
3. Bei Isaias hören wir von Gott, der Trost schenkt mir und dir. „Was Neues mach ich“, sagt Gott zu. „Vergangenes, das bleibt tabu.“
„Neue Wege bahn ich“, Gott spricht. „Es hat schon begonnen, merkt ihr es nicht? Die Sünden hab ich euch erlassen. Ich lad euch ein, heut‘ Mut zu fassen.
Verkündet laut in alle Welt. Ich bin Gott, der euch erhält.“
4. Paulus schreibt selbst nach Korinth dass Gottes Treue wird bestimmt durch sein absolutes Ja zu jedem Menschen immer da
Seiner Liebe Leidenschaft gab uns neue Lebenskraft. In Jesus Christ kommt er uns nah und bekräftigt so sein Ja.
Wir sind in ihm getauft, gesalbt. Gottes Geist lebt in Gestalt von Liebe, die das Herz ergreift, wo unser Ja zu Gott jetzt reift.
5. Im Evangelium heißt es dann, was Gottes Ja bewirken kann. Jesus predigt wieder mal vor vielen Menschen in großer Zahl.
Sie füllten gleich ein ganzes Haus, sodass niemand kam mehr rein noch raus. Schon gar nicht ein gelähmter Mann, der Leid geprüft von Kindheit an.
So machte man mit List und Tücke, im Dach des Hauses eine Lücke. Und man ließ den Gelähmten munter mit einem Seil nah Jesus runter.
Raffiniert dies Bubenstück Mit Folgen für den Augenblick, Bewegt von solchem Glauben dann sprach Jesus den Gelähmten an: „Mein Sohn: Schuld und Sünde in deinem Leben sind dir allemal vergeben“.
Die Schriftgelehrten um ihn herum grollten böse und dachten stumm. „Gott nur kann Sünden doch vergeben. Will er sich über Gott erheben?“
Jesus erkannte ihre Fragen, und fragte zurück: „Was ist leichter zu sagen; Deine Sünden sind dir vergeben, oder: Geh, nimm dein Bett, du darfst neu leben?“
Und augenblicklich wird offenbar Jesu Vollmacht wunderbar. Er düpierte die Schriftgelehrten. Blamiert die Heuchler, die Verkehrten.
Zum Kranken sagt er grad heraus: „Nimm dein Bett und geh nach Haus.“
Fröhlich lief der Kranke umher, und die Hörer staunten sehr. Ja, alle gerieten ganz außer sich. Sie priesen Gott tief innerlich.
6. Liebe Narren, Schwestern Brüder. Gottes Wort heut lehrt uns wieder: Wer auf Jesus täglich baut, auf ihn hofft und ihm vertraut, dem wird er sich zeigen als sein Gott, der ihm hilft aus aller Not.
Jahresrückblick
7. Nun schau ich jetzt mal mit Vergnügen, was so zum Lachen und zum Biegen, doch auch zum Weinen im letzten Jahr kirchlich, katholisch und gemeindlich geschah.
8. Vier Gemeinden warn flux gescheit in Wesel leicht bedrängt bereit, Konzept verwirrt sich dreinzugeben, und kirchlich gehorsam anzustreben, ein wachsen im Glauben auf Zukunft hin. Sehr viel versprechend immerhin. Doch denk aber ein jeder Frommer, ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.
9. Strukturaufbau war angesagt, die Gläubigen waren nicht gefragt. Mit Steuerungsgruppe, Leitungsteam ging man ans Werk sehr ungestüm.
Und in kurzer Zeit bestaunt präsentiert man gut gelaunt ein vorzügliches Management, professionell ganz ungehemmt. Doch denke so ein jeder Frommer, ‚ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.
10. Mit unsrem neuen Pfarrer Sühling ahnten viele, wie beim Frühling, dass sich wendet die Jahreszeit und hoffen, dass nun bald gedeiht in Wesels Christen Gemeindegarten die Glaubenspflänzchen aller Arten. Doch bis die sich selbst entfalten dauerts eine Weile schon. Wer wohl den lieben Gott lässt walten dem wird geschenkt der Mühe Lohn. Erst später wird dann mit Entzücken Pfarrer Sühling Röschen pflücken. Doch denke so ein jeder Frommer, ne Schwalbe macht noch keinen Sommer
11. Die fortan gezeigte Euphorie trieb manchen Christen in Knie. Eine Zentrale wurd‘ eingerichtet, Pfarrsekretärinnen dann verpflichtet, zu Diensten im Zentralbüro, Präsens zu zeigen einfach so.
War dies ein Fortschritt, konnt’s so gehen? Nein, denn kaum Besucher warn zu sehn. Besonders samstags, welche Qual Die Damen hatten keine Wahl. Langweilig war‘s und unbequem beim Stunden langen Däumchen drehn.
Manchmal, um hier auch fair zu sein, muss ich bemerken kam herein um Rat zu finden am Samstagmorgen vereinzelt jemand mit seinen Sorgen. Als Pfarrer Sühling hoffnungsvoll dies hörte, fand er‘s richtig toll. Doch denke so ein jeder Frommer, `ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.
12. Gesicht zeigen ward angesagt Bei den Seelsorgern ungefragt. Dies wurde aber zum Problem, beklagt von vielen, wir werden‘s sehn. Pfarrer Stefan keck und munter Diözesanweit rauf und runter, organisierte bald fachbezogen ein Team, das ihm freundschaftlich gewogen.
Mit Referenten und Kaplan fingen zwei Cooperati an.
Cooperati, Pfarrer betittelt sind leitungsentsorgt und amtsvermittelt priesterliche Seelsorgestützen, die Pfarrer Sühling sehr von nützen spirituell und brüderlich offen. Na dann dürfen wir künftig hoffen. Doch so denke jeder Frommer, ne‘ Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Drei Diakone , für die Armen, fünf Emeriti zum Erbarmen, soviel Seelsorger gab‘s noch nie das klingt nach Aufbruch irgendwie in Sankt Wesel wundervoll. Mal Hand aufs Herz, ist das nicht toll? Doch denke so ein jeder Frommer, `ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.
13. Bei aller Seelsorgestrategie, quält mich die Frage wie noch nie: Wird so der Glaube vor Ort geweckt? Viele Christen sind erschreckt.
Denn an der Basis hör ich’s klagen von Christen, die in Glaubensfragen herausgefordert, sehr betroffen, Geistlich Zuwendung erhoffen. Sie suchen als Christen mit Gewicht unter den Seelsorgern ihr Gesicht. 14. Neun Kirchtürme warn zu versorgen mit Predigten am Sonntagmorgen. Bisher musste man durchleben am Sonntag manch Pfarrers Predigtreden.
Die waren nicht immer attraktiv, sodass bei Manchem augenschief ein Nickerchen vonnöten gar, dies tat gut, wie wunderbar.
Und jetzt erlebt man, 0h, wie toll, jeden Sonntag freudevoll predigend ein neues Gesicht, Gottes Wort im anderen Licht.
Die Erfahrung zeigte eins, zwei, drei, mit der Langeweile war‘s vorbei. Doch denke so ein jeder Frommer, ‚ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Und nach Wochen mit Verdruss kam mancher Christ zu dem Entschluss, wenn man den Prediger nicht kennt wird seine Predigt zum Event.
Zum einen Ohr geht sie hinein, mit geistlichem Wohlfühl- Design Zum andren Ohr geht sie hinaus, bald vergessen, welch ein Graus, weil die Hörer ungerührt von Herzensnähe nix gespürt. Priesterhopping nannte man, humorvoll dieses Tun fortan.
15. Nun frage ich als Diakon: Wo bleibt bei aller Struktur-Aktion Zeit für Gott, Kontemplation? In unsrem Tagungseifer gar laufen wir da nicht in Gefahr, dass Glaubensvertiefung und Gebet im Aktionismus unter geht?
Wo gibt‘s denn Erfahrungen vor Ort mit reflektiertem Gotteswort? Viel zu wenig bemerk ich da Glaubensgespräche, die sind rar.
16. Im Großen, ja da tut sich was, hier ein Konzert im Übermaß, bald musikalisch perfektioniert „Wort trifft Musik“ wird präsentiert. Großgottesdienste, ach wie schön. Events tun gut, wohl so gesehn.
Doch was im Großen so passiert, sich im Kleinen oft verliert.
Da geht’s nicht um Strukturfunktion, sondern ganz sacht um guten Ton. Und die Musik spielt bei den Schlichten, christlich frommen Leichtgewichten nicht konzertant in großen Tönen, eher oft kleinlaut, mit jammern stöhnen.
Die Armen sind es, die alltäglich suchen und fragen mit Sorgen kläglich.
Da gilt es dann mit kleinen Dingen verstummte Herzen zum Klingen zu bringen. Das ist stimmig, Event verdächtig, denn Gott ist in den Schwachen mächtig. Doch vorsichtig denk da ein Frommer, ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.
18. Nun noch ein persönliches Wort an uns, den Seelsorgern vor Ort.
Auch wir, die wir Verantwortung tragen als Seelsorger im geistlichen Amt, müssen uns alltäglich fragen: Geht’s geistlich wirklich Hand in Hand. Fremdelt es nicht für und für, weil jeder kehrt vor seiner Tür? Da seh‘n wir bald alt aus im geistlichen Stand, sind kaum noch glaubwürdig im geistlichen Amt. Nur wenn Kleriker Hand in Hand einander dienend zu-gewand sich schenken in Demut Gottes Wort dann wird’s glaubwürdig vor Ort. Es wächst so neues Vertrauen gar zwischen geistlichem Stand und Christenschar. Doch schön langsam gedacht spürt jeder Frommer, ne Schwalbe macht noch keinen Sommer
19. Ich wünsche uns auf Zukunft hin kreativ mit Herz und Sinn ganz bodenständigen Humor. Denn er öffnet dem Menschen Mund und Ohr. Dann dürfen wir dem Leben trauen und gemeinsam hier Gemeinde bauen in Wesel und auch anderswo, im Beruf, zu Hause ebenso. In allem denke doch ein Frommer, ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.
20. Chiao und Tschüss, Alaaf Helau! Von Halleluja kommt‘s genau!
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