Büttenpredigt 2012 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gereon Henkhues   

Büttenpredigt 2012

clown-kl

Samstag 18.02. 2012  um 17.OO Uhr in der Engelkirche/Wesel-Fusternberg

Samstag 18.30 Uhr und Sonntag  19.12.2012 um 10.30 Uhr in

St. Franziskus/Wesel-Schepersfeld

Jesaja 43,18-19.21-22.24b-25

2.Kor.1,18-22

Mk.2,1-12

1.

Mit helau , Schwestern und Brüder

begrüß ich euch hier allzumal.

Die Narrenzeit, sie hat uns wieder

Und heut‘ seid ihr die erste Wahl.

2.

Dank, dass ihr gekommen seid

Hierher zum Gottesdienst bereit.

Denn alle Freud hat ihren Grund

in Gott, der uns liebt zu aller Stund.

Deutung der Schrifttexte

Dies zeigt sich heut in Schrift und Wort:

Gott kündigt neues an vor Ort.

Treu, verzeihend, heilend kräftig

zeigt Gott sich in den Schwachen mächtig.

3.

Bei Isaias hören wir

von Gott,

der Trost schenkt mir und dir.

„Was Neues mach ich“, sagt Gott zu.

„Vergangenes, das bleibt tabu.“

„Neue Wege bahn ich“, Gott spricht.

„Es hat schon begonnen, merkt ihr es nicht?

Die Sünden hab ich euch erlassen.

Ich lad euch ein, heut‘ Mut zu fassen.

Verkündet laut in alle Welt.

Ich bin Gott, der euch erhält.“

4.

Paulus schreibt selbst nach Korinth

dass Gottes Treue wird bestimmt

durch sein absolutes Ja

zu jedem Menschen immer da

Seiner Liebe Leidenschaft

gab uns neue Lebenskraft.

In Jesus Christ kommt er uns nah

und bekräftigt so sein Ja.

Wir sind in ihm getauft, gesalbt.

Gottes Geist lebt in Gestalt

von Liebe, die das Herz ergreift,

wo unser Ja zu Gott jetzt reift.

5.

Im Evangelium heißt es  dann,

was Gottes Ja bewirken kann.

Jesus predigt wieder mal

vor  vielen Menschen in großer Zahl.

Sie füllten gleich ein ganzes Haus,

sodass  niemand kam mehr rein noch raus.

Schon gar nicht ein gelähmter Mann,

der Leid geprüft von Kindheit an.

So machte man mit List und Tücke,

im Dach des Hauses eine Lücke.

Und man ließ den Gelähmten munter

mit einem Seil nah Jesus runter.

Raffiniert dies Bubenstück

Mit Folgen für den Augenblick,

Bewegt von solchem Glauben dann

sprach Jesus den Gelähmten an:

„Mein Sohn:

Schuld und Sünde in deinem Leben

sind dir allemal vergeben“.

Die Schriftgelehrten um ihn herum

grollten böse und dachten stumm.

„Gott nur kann Sünden doch vergeben.

Will er sich über Gott erheben?“

Jesus erkannte ihre Fragen,

und fragte zurück:

„Was ist leichter zu sagen;

Deine Sünden sind dir vergeben,

oder:

Geh, nimm dein Bett, du darfst neu leben?“

Und augenblicklich  wird offenbar

Jesu Vollmacht wunderbar.

Er düpierte die Schriftgelehrten.

Blamiert die Heuchler, die Verkehrten.

Zum Kranken sagt er grad heraus:

„Nimm dein Bett und geh nach Haus.“

Fröhlich lief der Kranke umher,

und die Hörer staunten sehr.

Ja, alle gerieten ganz außer sich.

Sie priesen Gott tief innerlich.

6.

Liebe Narren, Schwestern Brüder.

Gottes Wort heut lehrt uns wieder:

Wer auf Jesus täglich baut,

auf ihn hofft und ihm vertraut,

dem wird er sich zeigen als sein Gott,

der ihm hilft aus aller Not.

Jahresrückblick

7.

Nun schau ich jetzt mal mit Vergnügen,

was so zum Lachen und zum Biegen,

doch auch zum Weinen im letzten Jahr

kirchlich, katholisch und gemeindlich geschah.

8.

Vier Gemeinden warn  flux  gescheit

in Wesel  leicht bedrängt bereit,

Konzept verwirrt sich dreinzugeben,

und kirchlich gehorsam anzustreben,

ein wachsen im Glauben auf Zukunft hin.

Sehr viel versprechend immerhin.

Doch denk aber ein jeder Frommer,

ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.

9.

Strukturaufbau war angesagt,

die Gläubigen waren nicht gefragt.

Mit Steuerungsgruppe, Leitungsteam

ging man ans Werk sehr ungestüm.

Und in kurzer Zeit bestaunt

präsentiert man gut gelaunt

ein vorzügliches Management,

professionell  ganz ungehemmt.

Doch denke so ein jeder Frommer,

‚ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.

10.

Mit unsrem neuen Pfarrer Sühling

ahnten viele, wie beim Frühling,

dass sich wendet die Jahreszeit

und hoffen, dass nun bald gedeiht

in Wesels Christen Gemeindegarten

die Glaubenspflänzchen aller Arten.

Doch bis die sich selbst entfalten

dauerts  eine Weile schon.

Wer wohl den lieben Gott lässt walten

dem wird geschenkt der Mühe Lohn.

Erst später wird dann mit Entzücken

Pfarrer Sühling Röschen pflücken.

Doch denke so ein jeder Frommer,

ne Schwalbe macht noch keinen Sommer

11.

Die fortan gezeigte Euphorie

trieb manchen Christen in Knie.

Eine Zentrale wurd‘ eingerichtet,

Pfarrsekretärinnen dann verpflichtet,

zu Diensten im Zentralbüro,

Präsens zu zeigen einfach so.

War dies ein Fortschritt, konnt’s so gehen?

Nein, denn kaum Besucher warn zu sehn.

Besonders  samstags, welche Qual

Die Damen hatten keine Wahl.

Langweilig war‘s und unbequem

beim Stunden langen Däumchen drehn.

Manchmal, um hier auch fair zu sein,

muss ich bemerken kam herein

um Rat zu finden  am Samstagmorgen

vereinzelt jemand mit seinen Sorgen.

Als Pfarrer Sühling hoffnungsvoll

dies hörte, fand er‘s richtig toll.

Doch denke so ein jeder Frommer,

`ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.

12.

Gesicht zeigen ward angesagt

Bei den Seelsorgern ungefragt.

Dies wurde aber zum Problem,

beklagt von vielen, wir werden‘s sehn.

Pfarrer Stefan keck und munter

Diözesanweit rauf und runter,

organisierte bald fachbezogen

ein Team, das ihm freundschaftlich gewogen.

Mit Referenten und Kaplan

fingen zwei Cooperati an.

Cooperati, Pfarrer betittelt

sind leitungsentsorgt und amtsvermittelt

priesterliche Seelsorgestützen,

die Pfarrer Sühling sehr von nützen

spirituell und brüderlich offen.

Na dann dürfen wir künftig hoffen.

Doch so denke jeder Frommer,

ne‘ Schwalbe macht noch keinen Sommer.

Drei Diakone , für die Armen,

fünf Emeriti zum Erbarmen,

soviel Seelsorger gab‘s noch nie

das klingt nach Aufbruch irgendwie

in Sankt Wesel wundervoll.

Mal Hand aufs Herz, ist das nicht toll?

Doch denke so ein jeder Frommer,

`ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.

13. 

Bei aller Seelsorgestrategie,

quält mich die Frage wie noch nie:

Wird so der Glaube vor Ort geweckt?

Viele Christen sind erschreckt.

Denn an der Basis hör ich’s klagen

von Christen, die in Glaubensfragen

herausgefordert,  sehr betroffen,

Geistlich Zuwendung erhoffen.

Sie suchen als Christen mit Gewicht

unter den Seelsorgern ihr  Gesicht.

14.

Neun Kirchtürme warn zu versorgen

mit Predigten  am Sonntagmorgen.

Bisher musste man durchleben

am Sonntag  manch Pfarrers Predigtreden.

Die waren nicht immer attraktiv,

sodass bei Manchem augenschief

ein Nickerchen vonnöten gar,

dies tat gut, wie wunderbar.

Und jetzt erlebt man, 0h, wie toll,

jeden Sonntag  freudevoll

predigend ein neues  Gesicht,

Gottes Wort im anderen Licht.

Die Erfahrung zeigte eins, zwei, drei,

mit der Langeweile war‘s vorbei.

Doch denke so ein jeder Frommer,

‚ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.

Und nach  Wochen mit Verdruss

kam mancher Christ zu dem Entschluss,

wenn man den Prediger nicht kennt

wird seine Predigt zum Event.

Zum einen Ohr geht sie hinein,

mit geistlichem Wohlfühl- Design

Zum andren Ohr geht sie hinaus,

bald vergessen, welch ein Graus,

weil die Hörer ungerührt

von Herzensnähe nix gespürt.

Priesterhopping nannte man,

humorvoll  dieses Tun fortan.

15.

Nun frage ich als Diakon:

Wo bleibt bei aller Struktur-Aktion

Zeit für Gott,  Kontemplation?

In unsrem Tagungseifer gar

laufen wir da nicht in Gefahr,

dass Glaubensvertiefung und Gebet

im Aktionismus unter geht?

Wo gibt‘s denn Erfahrungen vor Ort

mit reflektiertem Gotteswort?

Viel zu wenig  bemerk ich da

Glaubensgespräche, die sind rar.

16.

Im  Großen, ja da tut sich was,

hier ein Konzert im Übermaß,

bald musikalisch perfektioniert

„Wort trifft Musik“ wird präsentiert.

Großgottesdienste, ach wie schön.

Events tun gut, wohl so gesehn.

Doch was im Großen so passiert,

sich  im Kleinen oft verliert.

Da geht’s nicht um Strukturfunktion,

sondern  ganz sacht um guten Ton.

Und die Musik spielt bei den Schlichten,

christlich frommen  Leichtgewichten

nicht konzertant in großen Tönen,

eher oft kleinlaut, mit jammern stöhnen.

Die Armen sind es, die alltäglich

suchen und fragen mit Sorgen kläglich.

Da gilt es dann mit kleinen Dingen

verstummte Herzen zum Klingen zu bringen.

Das ist stimmig, Event verdächtig,

denn Gott ist in den Schwachen mächtig.

Doch vorsichtig denk da ein Frommer,

ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.

18.

Nun noch ein persönliches Wort

an uns, den  Seelsorgern vor Ort.

Auch wir, die wir Verantwortung tragen

als Seelsorger im geistlichen Amt,

müssen uns alltäglich fragen:

Geht’s geistlich wirklich Hand in Hand.

Fremdelt es nicht für und für,

weil jeder kehrt vor seiner Tür?

Da seh‘n wir bald alt aus im geistlichen Stand,

sind kaum noch glaubwürdig im geistlichen Amt.

Nur wenn Kleriker Hand in Hand

einander dienend zu-gewand

sich schenken in Demut Gottes Wort

dann wird’s glaubwürdig vor Ort.

Es wächst so neues Vertrauen gar

zwischen geistlichem Stand und  Christenschar.

Doch schön langsam gedacht spürt jeder Frommer,

ne Schwalbe macht noch keinen Sommer

19.

Ich wünsche uns auf Zukunft hin

kreativ mit Herz und Sinn

ganz bodenständigen Humor.

Denn er öffnet  dem Menschen Mund und Ohr.

Dann dürfen wir dem Leben trauen

und gemeinsam hier Gemeinde bauen

in Wesel und auch anderswo,

im Beruf, zu Hause ebenso.

In allem denke doch ein Frommer,

ne Schwalbe macht noch keinen Sommer.

20.

Chiao und Tschüss, Alaaf Helau!

Von Halleluja kommt‘s genau!

helau1